Vom 7.11. bis 9.11.2025 fand der diesjährige Schulschachkongress der Deutsche Schulschachstiftung statt. Eingeladen waren alle, die sich in irgendeiner Form mit dem Schulschach beschäftigen, also nicht nur Lehrer und Sozialarbeiter, sondern auch Vereinstrainer oder einfach Interessierte. Ich selbst hatte mich als Referent für Schulschach des Landes Bremen angemeldet. Mit insgesamt 120 Teilnehmern und Teilnehmerinnen fand dieser Kongress ein erfreulich großes Interesse. Da viele wahrscheinlich gar nicht wissen, was auf solch einem Kongress gemacht wird, hier meine eigenen Erfahrungen.
Bei den diesjährigen Schulschachmeisterschaften auf Bundesebene konnten sich die Bremer Schulen gut behaupten. Besonders stach die Grundschule Am Pulverberg heraus, die gleich in drei Klassen eine Mannschaft stellte. Bei den Jüngsten in der WK G1/2.Klasse konnte man sogar fast den Vorjahreserfolg wiederholen und erlangte hinter der GS Kulkwitz (17:1 Pkt.) aus Sachsen mit 14:4 Punkten souverän den zweiten Platz, und das, obwohl mit Noah Hesterberg nur noch ein Spieler aus dem Vorjahr dabei war. Doch Jari Wahlhäuser, Jendrik Karcher und Joris Leppin erwiesen sich als fast gleichwertiger Ersatz.
Die Sieger des letzten Jahres traten dieses Mal alle (bis auf Noah Hesterberg) in der WK G an. Obwohl nur an 13 gesetzt, konnten Tammo Mettenbrink, Mattis Leppin, Peer Dannhoff, Noah Stulgies und Milav Elalo einen sehr guten 8. Platz mit 12:6 Punkten erreichten. Auch von der Grundschule Burgdamm habe ich sehr gute Rückmeldungen bekommen. Mit dem 41. Platz konnte man sich immerhin gegenüber dem Vorjahr um 8 Plätze verbessern. Verglichen mit früheren Zeiten konnte dagegen die Grundschule Baumschulenweg dieses Mal nicht zufrieden sein. 4:14 Punkte reichten am Ende nur zum 47. Und vorletzten Platz. Aber das kann ja sicherlich auch wieder besser werden. Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass der größte Konkurrent der Pulverbergschule der letzten beiden Schulschachpokale, die Finkenburgschule aus Aurich, in diesem Jahr sogar Platz 4 belegte.
Bei der Planung der diesjährigen Bremer Jugendeinzelmeisterschaften hatten wir eigentlich mit einer ähnlichen Teilnehmerzahl wie im Vorjahr gerechnet: 59. Am Ende waren es erfreulicherweise so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass wir in den letzten Wochen überlegen mussten, ob wir die Anmeldung nicht vorzeitig schließen sollten. Insgesamt haben 105 Spielerinnen und Spieler teilgenommen. Das ist insgesamt 1/3 aller Spielerinnen und Spieler, die für die BJEM startberechtigt gewesen wären. Wie Oliver Höpfner, 1. Vorsitzender des Landesschachbundes Bremen, bei der Siegerehrung der U8/U10 berichtete, war vor 20 Jahren an solche Teilnehmerzahlen nicht zu denken. Dass es so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer geworden sind, ist vor allem der hervorragenden Jugendarbeit in den Bremer Schachvereinen zu verdanken. Das lässt für die Zukunft des Schachs in Bremen erfreulich optimistisch sein.
Nach einigen Startschwierigkeiten konnte das Turnier am Samstag endlich beginnen. Alle waren froh, als sie endlich ihr Brett gefunden haben und die erste Partie beginnen konnten, als Turnierleiter Malte Hentrop die erste Runde endlich freigegeben hat. Vor allem in der U8 und U10 dauerte es nicht lange, bis die ersten Kinder freudestrahlend oder mit hängenden Schultern aus dem großen Saal kamen. Während in der Nebenhalle die Altersklassen U14 bis U18 noch ruhig weiterspielten, begann kurz darauf schon die nächste Runde der Jüngsten. Zur Mittagszeit gab es dann ein leckeres Mittagessen, das von Joachim Kropp und vielen helfenden Eltern zubereitet wurde. Am Sonntag war dann für die U8, U10 und Rookies nach insgesamt 7 Runden Schluss. Wir beglückwünschen Jari Wahlhäuser(U8), Lene Romberg(U8w), Illia Gavrylchenko(U10) und Shirley Kandora(U10w), die sich zukünftig Bremer Jugendmeister:in 2025 nennen dürfen. Neben den Genannten hat sich auch Tammo Mettenbrink für die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft in Willingen qualifiziert. Außerdem gewannen Lukas Chen und Nina Arend(w) das Rookie-Turnier.
Am 24.2. und 25.2.2025 fanden die diesjährigen Schulschachmeisterschaften im Kippenberggymnasium statt. In sechs Wertungsklassen galt es wieder die Bremer Meister bzw. die Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft zu ermitteln. In der WK II (Jahrgang 2007 und jünger) konnte sich die Mannschaft des Gastgebers, das Kippenberg Gymnasium souverän durchsetzen, während die WK III (Jahrgang 2010 und jünger) klar von der Mannschaft der Hamburger Straße dominiert wurde, dicht gefolgt allerdings vom Hermann-Böse-Gymnasium. Am spannendsten ging es in der WK IV (Jahrgang 2010 und jünger) zu, denn zwei Runden vor Schluss hatten theoretisch noch fünf Mannschaften die Chance auf den Gewinn. Am Ende setzte sich aber das Alte Gymnasium vor dem Gymnasium Vegesack durch. Alle vier Teams haben sich damit auch für die Deutschen Meisterschaften im Mai qualifiziert. Für Kopfschütteln sorgte an diesem Tag nur die Gewerkschaft Verdi, die es geschafft hat, ihren Bahn- und Busstreik genau wie vor zwei Jahren auf den Turniertag zu legen, wodurch am Ende fünf Mannschaften ihre Teilnahme absagen mussten – darunter die einzige gemeldete Mädchenmannschaft. So gab es dann auch den Vorschlag, dass man sich doch in Zukunft einfach die Ausschreibung ansehen solle, wenn man wissen wolle, wann Verdi wieder streikt. Der Atmosphäre tat es aber Gott sei Dank keinen Abbruch.
Traditionsgemäß die größte Teilnehmerzahl gab es auch dieses Jahr wieder beim Grundschulturnier mit 33 Mannschaften, das einen Tag zuvor stattfand. Hier konnte die Grundschule Am Pulverberg ihren Vorjahreserfolg wiederholen und wurde mit deutlichem Abstand Sieger vor der Grundschule Am Baumschulenweg, die sich nur aufgrund der besseren Brettpunktzahl gegen Burgdamm, die Karl-Lerbs-Straße und die Grundschule In der Vahr durchsetzen konnten. Platz 6 ging an die Mädchen vom Pulverberg, Platz 7 an die Mannschaft der Erst- und Zweitklässler der gleichen Schule. Der Pulverberg war somit wieder der große Gewinner mit drei Pokalen. Hoffentlich kann sie auch alle drei Mannschaften zusammen mit dem Baumschulenweg zu den Deutschen schicken.
Hier die Endtabellen: